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Aneignung der Trot-Karten:

Sich die Tarotkarten aneignen.

Jeder, der sich etwas länger mit den Tarot-Karten beschäftigt, wird auf kurz oder lang eine eigene Haltung zu den einzelnen Tarot-Karten und deren Bedeutung entwickeln. Die Karten sind Symbole und haben tradierte Bedeutungen. Aber jeder Mensch versteht ein Symbol etwas anders, abhängig von seiner Persönlichkeit und seinen Erfahrungen, legt die Schwerpunkte anders oder sieht einen Teilaspekt als Hauptbedeutung, den ein anderer vielleicht gar nicht wahrnimmt. Deshalb sind Symbole eben Symbole und keine Definitionen.

Grundsätzlich haben die Karten beim Auslegen die Bedeutung, die der Auslegende diesen gibt: Und sie funktionieren genau in dieser Art. Jeder Tarot-Karten Interpret spielt also sein eigenes Spiel.

Um zu erläutern, was ich damit meine, ein Beispiel:

Die Schwerter haben bei "klassischen Interpretationen" tendentiell eher negative Bedeutungen (sehr schön erkennbar an den Bildern der Rider-Waite oder Crowley-Tarot Karten). Meine Theorie ist, dass dies eine Reaktion auf Kritik an der Esoterik ist, die meist aus der "rationalen Ecke" kam. Dass also Logik, ein argumentierender Verstand und das rationale Denken potentiell von Kartenlegern als Bedrohung empfunden wurde.

Die Drei ist u.a. Symbol für eine heilige Dreieinigkeit und ist die Zahl der Bekräftigung (drei Schwüre etc.). Die dreifache Drei, also die Neun, symbolisiert das heiligste Heilige, war die Bekräftigung der Bekräftigung und in der Antike deshalb eine der heiligsten Zahlen überhaupt. Die Neun steht im Tarot u.a. für die volle Entfaltung der Kraft der jeweiligen Farbe bzw. des dieser zugeordneten Elements und dessen Eigenschaften.

Die neun Schwerter sind nun traditionell eine der schlimmsten Karten. Die volle Entfaltung der Kraft der Schwerter wurde als Grausamkeit, völliges Versagen der Emotionalität, oder wie Banzhaf im "Der Crowley-Tarot" schreibt, als "Geist der Inquisition" empfunden (also juristische, scheinbar "logisch" und "vernünftig" argumentierende, tödliche Verfolgung). "Logik" kommt jedoch vom griechischen "Logos", den Heraklit z.B. als eine die Welt durchwirkende, über den Göttern angesiedelte Gesetzmäßigkeit versteht.

Das Johannes- Evangelium beginnt mit "Am Anfang war das Wort. Das Wort war bei Gott, ja das Wort war Gott. Von Anfang an war es bei Gott. Alles ist dadurch entstanden. Ohne das Wort entstand nichts von dem, was besteht. In ihm war Leben und dieses Leben war Licht für die Menschen".

Im griechischem Original steht statt "Wort" der Begriff "Logos", der mehr umfasst als einfach "Wort". Johannes beschreibt ein göttliches Prinzip der Struktur und Ordnung. Das Wort Logik leitet sich von diesem "logos" ab. Das logische Denken ist also ein Denken, das zumindest einem Teil der göttlichen Ordnung entspricht und dieser verwandt ist. Wer sich mit Mathematik und Physik beschäftigt hat (über die Schulmathematik hinaus) kennt diese Gefühl der Verblüffung, des Staunens und der Ehrfurcht, wenn sich Natur durch Formeln beschreiben lässt, die aus fünf Grundaxiomen abgeleitet wurden (viele große Physiker und Mathematiker waren religiös).

Die volle Entfaltung eines analytischen und "logischen" Denkens in diesem Sinne, also im Sinne eines Newtons, Taylors, Einsteins etc., die versuchten mit Hilfe dieses "logischen" Denkens der göttlichen Ordnung auf die Spur zu kommen, könnte man sicher auch anders auslegen als eine tödliche Bedrohung, wie es bei der traditionellen Interpretation der neun Schwerter geschieht.

Woher die traditionelle Deutung der Neun Schwerter kommt, ist einleuchtend. Die volle Entfaltung des Denkens bedeutet oft Grausamkeit. Vor allem, wenn ausschließlich „nur gedacht wird“. Wenn das „Unvernünftige“, wie Intuitionen und Gefühle ignoriert oder „rational niedergemacht“ wird. Trotzdem schwingt das oben geschilderte Andere für mich mit.

Wenn man nun die Karten für sich lernt, muss man in einem Falle wie diesem Stellung beziehen. Ich z.B. würde die klassische Interpretation nie ignorieren, weil sie inzwischen allgemein bekannt ist und so etwas wie einen Standard bildet, der sich über Jahrhunderte bewährt hat. Die Tarotkarten sind, wie erwähnt, eine Art Weltmodell, eine Karte in der Bedeutung herauszunehmen heißt auch, eine Leerstelle zu produzieren.

Aber für mich schwingt bei der Neun Schwerter immer eine Bedeutung mit, die auf so etwas wie „großes Verständnis in logische, vielleicht göttliche Zusammenhänge“ oder „umfassendes Erkennen“ hinausläuft. Ob sie das auch machen, oder vielleicht die Karte in der Bedeutung völlig anders verstehen, oder diese Aspekte im Einzelfall z.B. nach dem Motto „die Situation enthält die Chance zur Erkenntnis“ je nach Umständen einbauen, ist dann Ihre Art, diese Karte zu legen. Sie haben sich dann die Karte persönlich angeeignet, und genau in dieser Bedeutung wird sie dann auch "funktionieren".

 

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